Kurzbeschreibungen

Ernst von Salomon

Revolutionär ohne Utopie

Von Markus Josef Klein

Überarbeitete Neuaufl. 2002, HC, 384 S., zahlr. Abb.
Preis: EUR (D) 24,90 / EUR (A) 25,70 / SFr 41,90
Aschau 2002, ISBN 3-928906-16-X

Kurztext
Ernst von Salomon ist mit seinem Werk aus der deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts nicht wegzudenken &endash; auch wenn es heute als wenig opportun gilt, an ihn zu erinnern. Salomon war Kadett in Karlsruhe und Berlin-Lichterfelde, nach dem Ersten Weltkrieg Teilnehmer an den Kämpfen im Baltikum und in Oberschlesien. 1922 wurde er wegen Beihilfe zum Rathenau-Mord zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. Virtuos beschreibt der Schriftsteller die politischen Wirren seiner Zeit, die er &endash; als »Romantiker im Stahlhelm« &endash; tatkräftig mitgestaltete.

Ernst von Salomon hat nahezu alle Strömungen des aktivistischen Nationalismus durchdacht und verworfen, durchlebt, verteidigt und wieder in Frage gestellt. Wie Ernst Jünger ließe sich auch Ernst von Salomon mit dem Etikett des »konservativen Anarchisten« charakterisieren. 1994 legte Markus Josef Klein die erste Monographie überhaupt zu Ernst von Salomon als Dissertation vor. Die wissenschaftliche Untersuchung erschloß ein Stück Geschichte, das bisher nur in Bruchstücken bekannt war: Leben, Umfeld, Schriften und Wirkungsgeschichte des Autors und politischen Menschen Ernst von Salomont.

Das Buch liegt jetzt in einer überarbeiteten Neuauflage mit einem neuen Bildteil vor.

 

- Schriften zur politischen Wissenschaft -

 

Band II:

Öffentlichkeit und Propaganda

Zur Theorie der öffentlichen Meinung

Von Hanno Kesting

Mit einem Vorwort von Caspar von Schrenck-Notzing
(Schriften zur politischen Wissenschaft, Bd. II)
103 S., Br., 206 x 137 mm, EUR 7,50 / Sfr 14,--

Bruchsal 1995, ISBN 3-928906-04-6

Kurztext:
Hanno Kesting stellt in Fortsetzung seiner bereits früher getätigten Aussage, nämlich daß das humanitäre Pathos der Aufklärung zu einer Moralisierung des Politischen geführt habe, eine Theorie der öffentlichen Meinung auf, die letztlich in der Feststellung gipfelt, daß Öffentlichkeit und Propaganda zusammengehören. Was er anhand der historischen Entwicklung in England und in Frankreich als tatsächlichen Gehalt rekonstruiert, bar jeder geschichtsphilosophischen Verbrämung, legt eine propagandistische Fiktion frei: "Öffentliche Meinung ist dann offenbar identisch mit veröffentlichter Meinung, d.h. sie ist ein Mittel, bestimmte Menschen und Menschengruppen in ihrem Verhalten zu beeinflussen, ihr Tun und Lassen zu lenken und auf bestimmte Ziele hin auszurichten. Öffentliche Meinung als veröffentlichte Meinung ist mithin von Anfang an und von vorneherein Propaganda. Sie ist ein Versuch der Legitimation ..."

Herleitend aus der Entstehung der modernen Öffentlichkeit im 18. Jahrhundert in England und in Frankreich unternimmt Hanno Kesting den entscheidenden Schritt, die Öffentlichkeit ihrer legitimie renden Theorie zu entkleiden und darauf hinzuweisen, daß Öffentlichkeit stets von einem angebbaren und begrenzten Kreis von Personen ausgeht. Unter Voranstellung dieses Sachverhaltes, daß nämlich "wie die volonté générale, nach Rousseau und seinen Nachfolgern, keineswegs identisch ist mit der volonté de tous, ... auch die öffentli che Meinung wesenhaft in der Substanz etwas anderes als eine allgemeine Meinung aller Beteiligten oder aller Betroffenen" ist, kommt er unter Berücksichtigung der geschichtsphilosophischen Begleitmusik zu einem eindeutigen Ergebnis: "Öffentliche Mei nung als veröffentlichte Meinung ist mithin von Anfang an und von vorneherein Propaganda. Sie ist ein Versuch der Legitimation - sei es eines Regimes, sei es bestimmter Handlun gen einer Regierung, sei es schließlich oppositioneller Guppen und ganzer Schichten. Sie zielt darauf, das Handeln politischer Eliten so darzustellen, als liege es im Interesse zumindest der Mehrheit der Bevölkerung - als sei das Handeln kleiner Teile mit dem Wollen großer Massen der Bevölkerung identisch."

Öffentlichkeit und Propaganda gehören also zusammen. Hinter jeder "öffentlichen Meinung" ist es möglich, die politisch interessierten und vom Ergebnis der Aktion profitierenden Kreise namhaft zu machen, und die "öffentliche Meinung" somit als Ergebnis großangelegter und instinktsicher gezielter Propagandamaßnahmen zu erkennen. Das führt zu weiteren Schlüssen, die insgesamt aufklärerische Sprengkraft besitzen: Öffentliche Meinung ist dann nämlich von Anfang an "veröffentlichte" Meinung und hat nie eine andere als eine ideologi sche Bedeutung gehabt. "Als die öffentliche Meinung ist sie eine Fiktion. Indessen eine Fiktion von nicht zu unterschätzender polemischer Kraft." Historisch stellte sie die Möglich keit der Opposition dar, sich der Macht indirekt zu nähern, war sie - wie Kesting schreibt - "die spezifische Waffe indirekter Gewalten". Dieser Auf deckung Kestings fügt Caspar von Schrenck-Notzing in seiner einleitenden geistesgeschichtlichen Einordnung die erschre kende Erkennt nis hinzu, daß die solchermaßen propagandistische Öffentlichkeit ihren Platz gewechselt hat: "Sie steht nicht mehr auf der Seite der Opposition, ja erfüllt die Aufgabe, Opposition von vorneherein un möglich zu machen." Damit ist diese Technik zum bestimmenden Teil des Herrschaftssystems geworden, zum "umfassendsten Totalitarismus der Geschichte" (Botho Strauß). Erschreckend ist dieses Urteil vor allem deshalb, weil - wie Kesting historisch nachweist - nicht die englische Bedeutung der "Öffentlichkeit" sich durchgesetzt hat, die das Recht von Parteimeinungen begründete, sich zu äußern und sich für die Gesamtheit zu erklären, sondern (weit darüber hinausgehend) die französische Bedeutung. In Frankreich aber hat sich als Anspruch auf Öffentlichkeit Fol genschweres entwickelt: "Nicht nur eine Partei setzt sich an die Stelle des Ganzen, sie identifiziert sich darüber hinaus mit den Interessen des Menschlichen , der Humanität und der Menschheit ; das aber führt dazu, daß der Gegner aus dem Bereich des Menschli chen und der Menschheit ausge schlossen ist, er wird zum Unmenschen und schließ lich, im 19. Jahrhundert, zum Untermen schen abqualifiziert."

Diese enge Verbindung zwischen Menschheitsfiktion, Liberalismus und Medien blieb aber seither erhalten. Den Blick für diese Erkenntnis zu schärfen ist Kestings Verdienst und macht gleichzeitig seine Sprengkraft aus.

Hanno Kesting (1925-1975), o. Prof. für Soziologie an der Universität Bochum, suchte durch ein "Orientierungsstudium" bei Alfred Weber in Heidelberg mittels einer "Ortsbestimmung der Gegen wart" im geschichtsphilosophischen Rahmen wieder geistigen Boden unter die Füße zu bekommen (Geschichtsphilosophie und Weltbürgerkrieg. Deutungen der Geschichte von der Französischen Revolution bis zum Ost-West-Konflikt, Heidelberg 1959). Nach einigen Umwegen über die empirische Sozialforschung und den Journalismus (Frankfurter Rundschau) fand er zurück zur Geistesgeschichte und zu Arnold Gehlen, der ihn mit der vor liegenden Schrift habilitierte. 1968 nach Bochum berufen, wurde er zu einem der Opfer der Studentenre volte von 1968 und starb vorzeitig. Weitere Veröffentli chungen: Herrschaft und Knechtschaft. Die „soziale Frage" und ihre Lösungen, Freiburg 1973; Technik und Industriearbeit sowie Das Gesell schaftsbild des Arbeiters, beides zusammen mit Heinrich Popitz, Ernst A. Jüres und Hans P. Barth, Tübingen 1957.


Briefe aus Amerika

Befreiende Essays zur deutschen Lage

Von Gottfried Dietze

(Schriften zur politischen Wissenschaft, Bd. VII)
111 S., Br., 206 x 137 mm, EUR 7,50 / Sfr 14,--
Bruchsal 1995, ISBN 3-928906-17-8

Kurztext
Als unbefangener Beobachter von jenseits des Atlantiks geißelt Gottfried Dietze in seinen "Befreienden Essays zur deutschen Lage" den fortwirkenden "Hitler-Komplex", der die Deutschen bei der Wahrung lebenswichtiger Interessen lähmt. Kein Eisen ist ihm zu heiß, wenn er sich solcher Fragen annimmt und in nüchterner Konfrontation mit der Realität welt weit unbekannte und überraschende Tatsachen zutage fördert. An die Stelle von Umerziehung und Vergangenheitsfixiertheit setzt er Nationalerziehung im Geiste Fichtes. "Deutschland zuerst" lautet die Botschaft aus Amerika.

Mitunter braucht es einen unbefangenen Be obachter von außen, um einem die Augen zu öffnen. Gottfried Dietze tut dies von Amerika aus, und er tut es mit einer Leidenschaft für die vorurteilslose Wahrheitssuche, die auch jenseits des Atlantiks ein vom Aussterben bedrohtes Wissenschaftsideal ist. Seine Vorbilder findet Dietze daher in der Vergangenheit, bei Fichte, sein Adressat dagegen ist die deutsche Nation der Gegenwart, der Neunziger. Sein großes Thema - das ist der von ihm so getaufte "Hitler-Komplex", "das, was da in der Bundesrepublik Deutschland seit langem nicht mehr stimmt": die fatale Vergangenheitsfixiertheit, die die Deutschen bis heute daran hindert, in lebens wichtigen Bereichen ihrer Existenz notwendige und vernünftige Entscheidungen zu treffen. Um solche Fragen geht es in Dietzes hier gesammelten Aufsätzen: Entwicklungshilfe, Einwande rung, Asyl-und Ausländerproblem, Kriminalität ... Gegen die Verzerrungen und Einseitigkeiten der deutschen Medien- und politischen Praxis ("Rechtsstaatsduselei" ist nur eine seiner markanten Prägungen) setzt er nüchternen Realismus und fordert wohltuend pragmatisch die Wahrung deutscher Interessen ein. Heilige Kühe schlachtet er durch die Konfrontation mit der Realität im weltweiten Vergleich. Überwindung der Umerziehung durch Nationalerzie hung lautet letztlich Dietzes Ziel. Tribut und Dank an François Mitterand, dessen Ehren erklärung für die deutschen Soldaten des Zweiten Weltkriegs ins Zentrum der deutschen Misere zielt, rahmen seine Ausführungen ein.

Dietze läßt kaum ein heißes Eisen aus und wäscht den Deutschen gründlich und unbequem den Kopf. Daß er dabei auch noch mit allerhand unbekannten und überraschenden Tatsachen aufzuwarten hat, macht diese mit Verve geschriebenen "Befreienden Essay zur deutschen Lage" zum besonderen Lesevergnügen. Manches, was mit viel Aufwand als "deutscher Sonder weg" gegeißelt wird, erweist sich unverhofft als das eigentlich Normale ...

Gottfried Dietze, 1922 in Kemberg geboren. Studium der Auslandswissenschaft, Rechts wissenschaft, Philosophie und Politik in Berlin, Göttingen, Hamburg, Harvard. Dr. jur. Heidelberg mit einer unter Walter Jellinek verfaßten Dissertation Über Menschenrechte; Ph.D. Princeton mit einer unter Alpheus T. Mason verfaßten Dissertation über den Begriff des "free goverment" in Amerika; S.J.D. an der University of Virginia mit einer rechtsver glei chenden Dissertation über das Eigentum. Lehrt seit 1954 Vergleichende Herrschaftlehre an der Johns Hopkins University Washington. Veröffentlichungen zuletzt u.a. Reiner Libera lis mus, 1985; Amerikanische Demokratie, 1988; Politik &endash; Wissenschaft, 1989; Der Hitler-Komplex, 1990; Liberale Demokratie, 1992; American Demo cracy: Aspects of Practical Liberalism, 1993; Problematik der Menschen rechte, 1995.


Tradition und Herrschaft

Aufsätze von 1932-1952

Von Julius Evola. Mit einem Vorwort von Martin Schwarz

(Lizenzausgabe Arnshaugk 2009) 149 Seiten, Pb., ISBN 9783926370341
Preis: EUR (D) 12,00 / EUR (A) 12,50

Kurztext
Vor 25 Jahren starb mit Julius Evola einer der bemerkenswertesten Querdenker dieses Jahrhunderts. Vor allem mit seinem Hauptwerk „Revolte gegen die m oderne Welt" stellte der Italiener das abendländische Geschichtsbild auf den Kopf. Der jetzt vorliegende Band enthält eine Auswahl von Evolas politischen Aufsätzen aus den Jahren 1932 bis 1952 wie „Über die geistigen Voraussetzungen einer europäischen Einheit", „Das Doppelantlitz des Nationalismus", „Feminismus und Heroische Tradition", „Die rote Fahne", „Gralsmysterium und Kaisergedanke", „Träger des Europa-Mythos" u.a.m.

Die in diesem Band zusammengestellten Aufsätze des italienischen Kulturphilosophen Julius Evola (1898- 1974), die im Zeitraum 1932 bis 1952 in deutschen Zeitschriften erschienen sind, betrachten die politische und kulturelle Lage aus einer metahistorischen und metapolitischen Sicht, die in der Denkschule der Tradition wurzelt. Ein Teil stammt aus den jungkonservaliven Blättern "Europäische Revue", "Der Ring" und "Deutsches Volkstum". Wie Armin Mohler in seiner grundlegenden Studie zur "Konservativen Revolution" ausführte, "stößt man bei den Jungkonservativen immer wieder auf das Wort 'Reich"'. Dies trifft auf die Aufsätze Evolas in besonderer Weise zu. Die ghibellinische Reichstradition, deren unterirdische Strömung vom katholischen Mittelalter bis in die Gegenwart nachgezeichnet wird, und die heute darin besteht, die Nationalismen zu überwinden und in eine europäische organische Ordnung überzuführen, in ein "Reich Europa".

Aber auch mit dem "Gegenreich" der Subversion und des Verfalls setzt sich Evola auseinander, warnt vor Vereinfachungen, aber nennt die wirkenden Prinzipien des Niedergangs. Bereits in den ersten Zeilen des Aufsatzes "Über die geistigen Voraussetzungen einer europäischen Einheit" spricht Evola das "allgemeine, die gesamle europäische Gesellschaft von heute beängstigende Gefühl von Krise und Unbehagen" an. Im Grunde genommen gilt Evolas gesamtes Interesse dem Aufspüren der Wurzeln dieses Unbchagens, damit in einer Reihe mit den meisten Denkern seiner Zeit stehend. Doch weigert sich Evola anders als diese auf naheliegende, aber zuwenig tief liegende Ursachen abzuheben. Die materiellen, wirtschaftlichen, soziologischen, religiösen und sonstigen Gründe für den "Untergang des Abendlandes" sind selber nur Folgen eines tieferliegenden Vorgangs, den nur die Denker des "integralen Traditionalismus" (neben Evola vor allem René Guénon und Leopold Ziegler) in ihrer Tiefe erfassen.

Julius Evola (1898-1974), metapolitische Hauptwerke: Revolte gegen die moderne Welt, Menschen inmitten von Ruinen, Den Tiger reiten, Il fascismo visto della Destra, L "Operaio" nel pensiero di Ernst Jünger.

Martin Schwarz, Verfasser des Vorworts, Mitarbeiter der Zeilschriften Kshatriya und Sigill. Beiträge in Vorbereitung in: Apocalypse Culture II, Agonal - Julius Evola.

 

- Festschriften -

Der andere Mohler

Lesebuch für einen Selbstdenker - Armin Mohler zum 75. Geburtstag

Hrsg. von Ulrich Fröschle, Markus Josef Klein und Michael Paulwitz

334 S., Ln., 238 x 166 mm, EUR 20,-- / Sfr 40,--
Limburg a.d. Lahn 1995, ISBN 3-928906-08-9

Kurztext
Mit Ernst Jünger als Nestor an der Spitze würdigen dreißig Autoren aller Generationen und unterschiedlicher politischer Couleur den Schweizer Publizisten Armin Mohler zu seinem 75. Geburtstag. Im Mittelpunkt der lebendigen und oftmals kontroversen Beiträge steht nicht allein der "Vordenker der Neuen Rechten", der Autor der "Konservativen Revolution" und des "Nasenring", sondern die zahlreichen Facetten seines Denkens und Schreibens als Kunstkenner und Literaturkritiker, als Frankreichkorrespondent und politischer Pulbizist, als Ideengeschichtler und Zeitkritiker. Der Band enthält außer Beiträgen zu Mohlers Leben und Werk und zu vom Jubilar selbst geschätzten Forschungsgebieten auch eine Reihe von Gästebuchblättern, die die Spannbreite des Mohlerschen Freundes- und Bekanntenkreises illustrieren.

Wenn sich Ernst Jünger und Eckhard Henscheid, Hans-Joachim Arndt und Werner Schmalenbach, Paul Noack und Robert Hepp zwischen denselben Buchdeckeln zusammenfinden, muß der Anlaß schon ungewöhnlich sein. Der Schweizer Publizist Armin Mohler, zu dessen 75. Geburtstag im April 1995 dieses "Lesebuch für einen Selbstdenker" vorgelegt worden ist, verfügt offenbar auch ohne etablierten Lehrstuhl über einen genügend großen Kreis an Freunden und "Schülern", um eine solche "Festschrift" vielseitig zu füllen.

"Der andere Mohler" - schon durch dem Titel deuten die Herausgeber an, daß mit Etiketten wie "Vordenker der Neuen Rechten" allein dem Jubilar nicht gerecht zu werden ist. So zeichnen die Beiträger ein facettenreiches Bild von Armin Mohler als Kunstkenner und Literaturkritiker, als Frankreichkorrespondent und politischer Publizist, als Ideengeschichtler und Zeitkritiker, der zwischen den beiden Polen seiner "Konservativen Revolution" und der Abrechnung mit der Vergangenheitsbewältigung im "Nasenring" noch einiges mehr an Denkstoff aufgetürmt hat.

Die Kontroversen, die er damit angeregt hat, spiegeln sich auch innerhalb dieser nonkon formen "Festschrift" wider - nicht selten widersprechen sich die Autoren einzelner Beiträge diametral. Das Buch selbst zerfällt in zwei Teile - einen ersten, der sich mit Persönlichkeit und Werk Mohlers selbst befaßt, und einen zweiten mit ihm gewidmeten Aufsätzen, in denen eine Reihe von Mohler-Themen wieder auftauchen. Zusammengehalten werden beide Teile durch eine Auswahl von Gästebuchblättern, mit Gedichten und Karikaturen bereichert, die einen Einblick gewähren in die Reichweite des Mohlerschen Freundes- und Bekanntenkreises - von Alfred Andersch und Reiner Brambach bis zu Carl Schmitt, Ernst Jünger und Jacob Taubes.

Die Beiträger enstammen nicht nur unterschiedlichen politischen Lagern (auch wenn die "Rechte" natürlich vorherrscht), sondern auch allen Generationen - der Bogen reicht von Ernst Jünger, der seinem ehemaligen Sekretär Auszüge aus seinen Tagebüchern für 1993 widmet ("Siebzig verweht V"), bis zu den Herausgebern selbst, die erst am Beginn ihrer wissenschaftlichen Laufbahn stehen. Die Auswahl der Autoren allein bürgt somit für abwechslungsreiche und herausfordernde Lektüre.


- Philosophie -

Wie steht es heute um Wahrheit und Gewißheit?

Alltag, Politik, Geschichte, Wissenschaft

Von Werner Kunze

255 Seiten, kartoniert, Euro (D) 14,90 / Euro (A) 15,30 / SFr 28,--
Aschau 2002, lSBN 3-928906-13-5

Kurztext
Wir dürsten nach Gewißheit und suchen trotz aller Rückschläge unverdrossen nach der Wahrheit. Dennoch erleben wir ständig Unsicherheit, Unwahrheit, Zweifel.
Wenn wir uns ein wenig mit Wahrheit und Gewißheit beschäftigen, erkennen wir sehr bald, daß wir es entgegen dem ersten Anschein mit gar nicht so einfachen Begriffen zu tun haben. Es tritt uns nämlich ein Bündel von erstaunlichen Fragen entgegen, wie zum Beispiel:

Wie kommen wir überhaupt zu wahren Feststellungen, wie können wir Wahrheit von Unwahrheit unterscheiden? Welche Instrumente stehen uns dabei zur Verfügung? Wie kommt es, daß wir mit unserem Verstand in der Lage sind, tief verborgene Gesetze der Natur aufzudecken ? Woran liegt es, daß die prachtigen Inseln unseres Wissens unverändert von einem Meer von Unwissen, Irrtümern, Fehlern und Betrug umgeben sind? Wie ist es zu erklären, daß wir im alltäglichen Leben in der Regel so gut zurechtzukommen, obwohl wir bei genauerem Hinsehen so wenig von der Welt „wissen"? Wo gibt es (scheinbar oder tatsächlich) unüberwindliche Grenzen für menschliche Wahrheitssuche?

Das Buch geht in einem breiten Bogen der Frage nach, mit welcher Art von Wahrrheit und mit welchem Grad von Gewißheit wir heute im Alltag sowie in Bereichen wie Mathematik, Naturwissenschaften, Philosophie, Politik, Geschichte, Erziehung, Recht, Religion rechnen können.


Aut Deus - Aut Nihil
Ende des Materialismus

Von Franz Riedweg

(Schriftenreihe der Liga Europa)

199 S., Br., 206 x 137 mm, EUR 12,-- / Sfr 23,--
Bruchsa 1995, ISBN 3-928906-21-6

Kurztext
Franz Riedweg entwirft in seinem Buch "Gott oder gar nichts" vom festen Standpunkt des katholischen Denkers aus sein anthropologisch fundiertes christliches Weltbild. Die "Existenzkrise der späten Neuzeit" führt er auf das fragmentarische Menschenbild der Aufklärung zurück, das Liberalismus, Kommunismus, Faschismus und Nationalsozialismus gleichermaßen zugrundeliege. Den Ausweg aus dieser Krise des säkularen Materialismus sieht Riedweg nicht im Sieg des westlichen Liberalismus über den ihm artverwandten Kommunismus, sondern in der Überwindung des auf das Individuum fixierten autonomen Menschenbildes und der Wiedereinsetzung des "vierdimensionalen" christlich-johanneischen Menschenbildes, das dem Menschen mit der "vierten Dimension" des Logos den transzendentalen Bezug und die Einbindung in höhere Ordnungen zu rückgibt.

Wer heutzutage seinem Buch einen lateinischen Titel gibt, signalisiert schon damit, daß er hohe Ansprüche an Geist und Bildung zu stellen gewillt ist. Um so mehr, wenn dieser Titel eine kompromißlose, herausfordernde Aussage enthält: Gott oder gar nichts. Falsche Toleranz braucht man hier nicht zu suchen; hier verficht einer einen festen Standpunkt. Riedwegs Standpunkt ist das katholische Christentum. Eines, das alle geistigen Kapazitäten des Menschen beansprucht. Abseits der Harmlosigkeit der Kirchentagsschäfchen, die veräng stigt tagespoli tischen Parolen nachlaufen, ist Riedwegs Christentum anthropologisch fundiert: Sein Menschenbild, das Riedweg wegen des transzendenten Bezuges das vierdimensionale nennt, steht unversöhnlich gegen das fragmentarische, "dreidimensionale" Menschenbild der säkular-materialistischen politischen Erlösungsreligionen unseres Jahrhunderts, deren Wege allesamt in den Totalitarismus führen. Riedweg geht jedoch grundsätzlicher vor als frühere Totalitarismus-Thesen: Faschismus, Nationalsozialismus, Sozialismus/Kommunismus und Liberalismus sind für ihn allesamt Ergebnisse eines Menschenbildes, "das den einzelnen aus der Geborgenheit und dem Schutze überragender, in einer höheren Dimension ruhender Ordnungen entlassen hat".

Von hier aus gelangt der Autor zu brisanten zeitgeschichtlichen Neubewertungen: Er trennt die Praxis des "Hitlerismus" von der Programmatik des Nationalsozialismus und nimmt für die Anhänger des letzteren in Anspruch, was heutzutage jedem Kommunisten bereitwillig zugestanden wird - die Anerkennung seine ehrlichen Wollens zum Guten. Franz Riedweg, der - Schweizer von Geburt - den Zweiten Weltkrieg in ranghoher Verwendung bei einem wesentlich aus europäischen Freiwilligen bestehenden Panzerkorps mitmachte, bricht hier vor allem eine Lanze für die "gläubige und opferfreudige Jugend" aller europäischen Nationen, deren Freiwillige auf deutscher Seite kämpften, weil sie im nationalsozialistischen Aufruf zum Abwehrkampf gegen den Bolschewismus einen Ausweg aus dem Säkularismus er blickten. Riedwegs Ausführungen bieten Anknüpfungspunkte in viele Richtungen. So trifft sich seine Charakterisierung des Sowjetkommunismus als Fremdimport aus westlich-materia listi schem Geist mit den Kerngedanken der russischen Neo-Slawophilen und ihres geistigen Hauptes, Solschenizyn. Seine Schlußfolgerung klingt wie ein prophetischer Kom mentar zur gegen wärtigen Entwicklung in Europa: "Es gibt weniges, was so unerwünscht, ja gefährlich für den euro-asiatischen Kulturraum wäre, wie eine Einheit unter dem Vorzeichen des Säkula rismus-Liberalismus westlich-transatlantischer Prägung."

Dr. med. Franz Riedweg, geb. in Luzern/Schweiz, ist Präsident der Liga Europa, die 1968 in München als Aktion für ein Vereintes Europa auf betont christlich-ökumenischer Basis gegründet wurde. Seine Privatpraxis für Endokrinologie und seine Forschungen auf diesem Gebiet genießen internationales Ansehen.

- Summa Academica -

Band I:

Die Reichsidee 1918-1945
Das mittelalterliche Rich als Idee nationaler Erneuerung

Von Hans-Georg Meier-Stein

512 Seiten, geb., Ln., EUR 34,85 / SFr 68,-
Aschau 1998, ISBN 3-928906-22-4

Kurztext
Dem Reichsgedanken der deutschen Nationalisten der Jahre 1918-1945, also ziwschen den beiden deutschen Niederlagen, ist auf wissenschaftlich-historischer Weise der Autor in einer ungemein fleißigen Arbeit nachgegangen. Der Band stellt vor allem auch eine reiche Zitatenfundgrube dar.

Nach dem Verlust des Ersten Weltkrieges, dem demütigenden Friedensschluß von Versailles und in den deprimierenden 20er Jahren, als das revanchistische Verjalten der Sieger, der politische und wirtschaftliche Niedergang erschreckende Formen annahmen, wurde der Reichsgedanke für konservative und nationalistische Intellektuelle und Gruppierungen zum politischen Mythos. Die geschichtliche Legitimation dazu suchte man im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, denn das Erste Deutsche Reich hatte die Aura des Sakralen und Imperialen, an dem es dem vom bürgerlich-materialistischen Geist getragenen kleindeutschen Bismarck-Reich und erst recht der Weimarer Republik fehlte. Die entscheidende Bedeutung der Reichsidee lag darin, daß sie dem Krisenbewußtsein, das die deutsche Gegenwart beherrschte, einen positiven Sinn gab. Durch den Glauben an das Reich wurden nicht nur Erinnerungen an eine gloriose Vergangenheit wachgerufen und die Verbundenheiten mit der deutschen Geschichte lebendig, sondern auch der Wille geweckt, sich trotz allem zu behaupten und Hoffnungen auf eine bessere Zukunft der Nation begründet.

Es gabe bisher keine Arbeit, die sich umfassend mit der Reichsidee als politischer Konzeption, mit ihren kulturellen und ästhetischen Implikationen beschäftigt hat. Die vorliegende Arbeit soll beitragen, diese Lücke zu schließen. Im ersten Kapitel wird zunächst versucht, „Reich" als dialektischen Begriff zu fassen, weil „das Reich" gemeinhin als Gegenentwurf zur politischen Realität der Weimarer Republik verstanden wurde. Es lag auf der Hand, die Untersuchungen der Reichsideen im deutschen Nationalimus und im Nationalsozialismus daran anzuschließen. Es fehlte bisher an einer wissenschaftlichen Arbeit, die sich auch nur ansatzweise mit dem Reichsgedanke zur Zeit der NS-Diktatur auseinandergesetz hat. Desgleichen gab es bisher auch keine wissenschaftliche Untersuchung über die Vorstellugen vom Reich als deutscher Föderation, wie sic sich am Ende des 19, Jahrhunderts aus der Schule der Romantik heraus entwickelten. Von hier aus wird im Buch eine Brücke geschlagen zum Reichsgedanken im deutschen politischen Katholizismus. Im abschließenden Kapitel geht es darum, die Begründungen des modernen Reichsgedankens mit der mittelalterlichen Tradition zu untersuchen. Schließlich hielt es der Verfasser für geboten, auf die Frage einer möglichen Renaissance des Reichsgedankens in rechtsintellektuellen Publikationen seit den 80er Jahre einzugehen.

Band II

Zurück zur Natur?

Biologie im Spannungsfeld von Politik und Kultur

Von Werner Kunze

360 Seiten, Hardcover, EUR 14,90 / SFr 28,--
Aschau 2000, lSBN 3-928906-20-8

Kurztext
Themen der modernen Biologie haben inzwischen eine breit angelegte öffentliche Diskussion gefunden. Der Autor verschafft einen besonders auch für Laien lesbaren Überblick über die nicht immer einfachen Gebiete wie Gentechnologie und das evolutionäre Erbe unseres Verhalten. Er legt besonderes Augenmerk auf das dadurch unvermeidliche, vorder- und hintergründige Spannungsfeld mit überlieferten politischen, ideologischen und kulturellen Menschenbildern.

Die moderne Biologie steht schon seit einigen Jahren zunehmend im Mittelpunkt nicht nur des wissenschaftlichen, sondern auch des öffentlichen Interesses. Alle Auguren gehen davon aus, daß das 21. Jahrhundert von der Biologie und der Kommunikation geprägt sein wird. Bei der Biologie handelt es sich vor allem um die Gentechnologie und die Erforschung der biologischen Grundlagen unseres Verhaltens. Die komplizierten Probleme der Überbevölkerung, einer universalen Ethik und das Zusammenleben und Regieren von immer mehr Menschen auf dieser Erde, lassen sich ohne Kenntnis der biologischen Wurzeln nicht lösen. Aber nicht nur von dieser hohen Warte aus, auch und gerade für das Leben des Einzelnen werden die Aussagen und Erkenntnisse der Biologie immer wichtiger. Nur wer die inneren Motive seines Verhaltens kennt, vermag es zu steuern. Nun ist die erst wenige Jahrzehnte alte, konsequent evolutionäre Deutung unseres Verhaltens, meist noch zu wenig bekannt. Und dies trotz vieler aufschlußreicher und einleuchtender Forschungsergebnisse. Dies hängt, in Deutschland mehr als in den USA, mit dem Argwohn und Widerstand zusammen, der von politischer, ideologischer und kultureller Seite dem Neuling Biologie entgegengebracht wird, der auch noch zumeist unbeliebte Botschaften verkündet. Es geht schließlich um eines der fundamentalsten Themen, nämlich das Menschenbild. Auch wenn sich die Vorstellungen über den Menschen und sein Wesen im Laufe der Geschichte immer wieder gewandelt haben, geht die Politik stets von einem bestimmten, oft dogmatischen Menschenbild aus. Darauf bauen ganz konkrete und praktische politische Entscheidungen bis hin zur Erziehung, zum Strafvollzug und vielen Themen der Gesellschaftspolitik. Konflikte mit der Biologie, die der Politik oft nicht nach dem Munde redet, sind daher vorprogrammiert.

Die von der Biologie erörterten Fragen zum einen und die Auseinandersetzung mit der Politik und den Gegnern auf der anderen Seite sind kaum mehr zu überblicken, von Laien erst recht nicht. Das Verdienst des Autors liegt darin, diesen weiten Bogen zu spannen. Er verschafft sowohl eine Übersicht, als auch ganz konkrete Einblicke in die überraschenden Entdeckungen der modernen Biologie, die auch jeder interessierte Laie verstehen kann. Und dabei wird es spannend, wie immer wenn es um uns Menschen geht.

 Zurück zum Seitenanfang

© Copyright 2006 by Brienna Verlag